LG München: Käpt’n Iglo ./. Appel Feinkost – Keine Wettbewerbswidrige Nachahmung von Käpt’n Iglo durch Werbung mit männlichem Protagonisten in maritimem Hintergrund

Das LG München hatte mit seinem Urteil vom 03.12.2020 über die Frage zu entscheiden, ob das Unternehmen Appel Feinkost eine wettbewerbswidrige Nachahmung von Käpt’n Iglo durch Werbung mit einem männlichen Protagonisten in maritimem Hintergrund betreibt.

Iglo wirft der Cuxhavener Konkurrenz vor, die Bekanntheit des Käpt’n für eigene Zwecke auszunutzen und wies auch vor der Urteilsverkündung noch einmal daraufhin, dass Käpt’n Iglo bei den Deutschen eine Bekanntheit von mehr als 80 Prozent habe. Dem trat das Landgericht München I mit seiner Entscheidung nun entgegen.

Das Gericht stufte mit dem Urteil vom 3. Dezember 2020 (Az. 17 HK O 5744/20) weder Bart noch Mütze als Exklusivmerkmale von Käpt’n Iglo ein und wies die Klage von Iglo ab. Der Hamburger Tiefkühlkost-Produzent stütze seine Argumentation auf die Irreführung der Verbraucher. Es entstehe beim Konsumenten eine Verwechslungsgefahr der beiden Figuren. Die Richter sahen hierfür jedoch keinen Beleg. Die Tatsache, dass beide Werbefiguren ältere Herren mit Bart und Mütze seien reiche insoweit nicht aus. Dies gelte insbesondere vor dem Hintergrund der erkennbaren Unterschiede: So trage der Iglo-Ikone eine Kapitänsmütze, während die Figur des Cuxhavener Unternehmens Appel eine Elblotsenmütze trage. Hinzukomme, dass der Herr in der Appel-Werbung einen grauen und nicht etwa einen blauen Anzug trage, wie er für Iglos Werbefigur typisch sei. Anstelle eines weißen Rollkragenpullovers und eines weißen T-Shirts trage der Mann unter Appel-Flagge eine karierte Weste mit Krawatte sowie einen Seidenschal. Nicht zuletzt hebe sich der „Schlechtwetterhimmel“ in der Appel-Kampagne klar von dem „deutlich blauer und freundlicher gehaltenen” Himmel in der Darstellung von Iglo ab.

Nach Ansicht der unter anderem auf das Gesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb spezialisierten 17. Handelskammer des Landgerichts München I handele es sich in der Kampagne von Appel nicht einmal um einen klassischen Seemann, sondern vielmehr um einen „distinguierten, gut situierten Herren in einem eleganten, chicen Dreiteiler mit Seidenschal.” Zudem sei der Name und damit die Herkunftskennzeichnung der Beklagten bei der Werbung deutlich wahrnehmbar und weise eindeutig auf die Beklagte hin. Für die angesprochenen Verbraucherinnen und Verbraucher sei damit ohne Zweifel erkennbar, dass die angegriffene Werbung weder mit der Figur des „Käpt`n Iglo“, noch mit der Klagepartei in Verbindung stehe.

Das Urteil des Landgerichts München I ist nicht rechtskräftig.

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